Informationen über den Kachelofen
Ein
Kachelofen ist ein Zimmerofen und besteht vorwiegend aus Schamottesteinen. Er ist mit Kacheln verkleidet und wird mit Briketts oder Holz beheizt. Die Vorgänger der Kachelöfen sind die Backöfen bzw. überwölbte Herdfeuerungen. Diese Öfen bestanden meistens aus Lehm und Kalk. Später wurden sie dann jedoch mit keramischen Bauteilen versehen. Man stellte fest, dass die Wärmeübertragung an genau diesen Stellen viel besser funktionierte, sodass die keramischen Bauteile immer öfter verwendet wurden.
Schließlich wurden Kachelbauteile entwickelt, die direkt aneinander gesetzt wurden. Dies war die Geburtsstunde des Kachelofens, den es in vielen Arten und Formen gibt:
(1) Grundofen
(2) Warmluftkachelofen
(3) Kombiofen
(4) Heizkamin
(5) Warmluft-Zentralheizung
(6) Luft-Hypokausten-Anlagen
(7) Warmwasser-Anschluss
(8) Hypokaustenofen
Kachelöfen konnten sich anfangs nur reiche Leute, wie zum Beispiel der Adel und die Patrizier leisten. Je ärmer die Menschen waren, umso weniger Kacheln hatte der Ofen und desto einfacher waren die Kacheln bezüglich der Beschaffenheit.Erst im 18. Jahrhundert wurden die Öfen erstmals an Schornsteine angeschlossen. Bevor dies geschah wurden die Kachelöfen mit geöffneter Heiztüre von einem Nebenraum aus beheizt. Die Rauchgase wurden direkt in den Kamin geleitet. Man bestückte die Öfen mittels Hinterladerprinzip mit Holz und die Kacheln wurden erwärmt. Sobald das Holz heruntergebrannt war, wurde die Heiztür geschlossen und die Kachelwände gaben die Wärme an die jeweiligen Räume ab.
Im 19. Jahrhundert wurde die Konstruktion der Öfen erneut überarbeitet. Grund: Ein neuer Brennstoff kam auf den Markt - die Kohle. Die Feuertüren wurden erheblich verkleinert und man setzte Heizeinsätze in die Öfen ein. Daraus entstanden dann folgende Vorteile:
(1) Feuerungen konnten repariert werden, ohne dass der Kachelofen abgebaut werden musste.
(2) Das Raumheizvermögen wurde enorm erhöht.
(3) Räume wurden viel schneller ausgeheizt.
(4) Die Wärme konnte nun auch in andere Räume bzw. Stockwerke geleitet werden.
Doch auch ein Kachelofen birgt Gefahren. Durch falsche Bedienung kann es passieren, dass der Brennstoff unter Freisetzung explosiver Gase verschwelt. Kommt es zur Verpuffung oder gar zur Explosion wird der Ofen beschädigt oder sogar zerstört. Es können beispielsweise Konstruktionsteile absplittern oder Glut und Brennstoff werden aus dem Ofen herausgeschleudert. Durch den Brennstoff entstehen im Ofen brennbare Gase. Kommt es im Ofen zu Luftmangel, verpuffen diese Gase.
Erst, wenn das Feuer komplett erloschen ist, darf die Heiztür komplett geschlossen werden. Solange das Feuer im Ofen noch brennt, darf die Tür niemals komplett geschlossen werden. Sonst würde es zu einer unvollständigen Verbrennung kommen, wodurch wiederum Kohlenmonoxid entsteht, der in die zu beheizenden Räume gelangt. Kohlenmonoxid ist schädlich für die Atemwege. Weiterhin bilden sich bei unvollständiger Verbrennung Teer- und Rußablagerungen, die sich im Schornstein festsetzen. Dadurch kann es möglicherweise zu einem Schornsteinbrand kommen.
Informationen über Kachelöfen